Die Spezies PR-Berater

Alle Jahre wieder suchen wir frische Verstärkung für unsere PR-Agentur. Dabei steht man wie so oft im Spannungsfeld vieler unterschiedlicher Anforderungen. Die neue Fachkraft soll nicht nur (aus)gebildet und nett sein, sondern auch das fachliche Profil eines PR-Beraters oder einer Beraterin möglichst gut treffen. Aber welche Eigenschaften machen einen erfolgreichen PR-Profi aus? Welche Ausbildungen braucht es? Und warum ist ein journalistischer Background besonders hilfreich?

Journalisten vor

Eines vorweg: Den perfekten PR-Berater (oder Beraterin) gibt es nicht. Vielmehr geht es darum, einen guten Mix aus verschiedenen Skills und Eigenschaften mitzubringen. Dazu gehören zuerst mal journalistische Erfahrung und Denkweise. Damit lässt sich viel einfacher der Blick fürs Wesentliche schärfen, Sachverhalte kritisch und objektiv beleuchten, Erklärungsbedürftiges transparent darstellen und grundsätzlich verständlich schreiben. Außerdem versteht man als Ex-Journalist besser, wie die Redaktionen ticken. Klar bekommt man solches Fachwissen auch in Seminaren und Crash-Kursen vermittelt, es sind aber Praxis und Erfahrung, die einen PR-Profi auszeichnen.

Den Kunden verstehen

Eine oft unterschätzte Komponente ist die Fähigkeit, sich in einen Kunden hineinzudenken, ihn zu verstehen, aber auch beraten und führen zu können. Dafür braucht es nicht nur einen selbstbewussten Auftritt und Erfahrung, sondern auch diplomatisches Geschick und zwischenmenschliches Fingerspitzengefühl. Wer sich selbst gerne in den Mittelpunkt stellt oder den Schulmeister abgibt, wird als Berater nicht weit kommen. Mein persönliches Credo lautet: Immer zuerst zuhören, was der Kunde will. Oft ergibt sich aus einem ausführlichen Gespräch bereits ein klares Bild, was der Klient will und wie man mit der eigenen Dienstleistung unterstützen kann.

Allrounder gefragt

Recht lebendig ist mir noch jene Erfahrung als Praktikant in einer renommierten Agentur im Gedächtnis, als ein wichtiger Kunde anrief und dringend einen kurzen PR-Text für ein Fachmagazin benötigte. Als zuständiger PR-Berater antwortete ihm der Key Account Manager, dass der Texter gerade im Urlaub sei und erst nächste Woche den Artikel liefern könne. Entsprechend sauer musste der Kunde nach einer Alternative suchen. Hätte der Berater jedoch selbst in die Taste geklopft, hätte er wohl einige Punkte mehr beim Kunden verbucht.

Fazit: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch in der PR-Branche wohl nicht, wer aber Erfahrung als Journalist, Expertise in der Kundenberatung und auch Verständnis für Marketing hat, kommt dem Berufsbild PR-Berater schon sehr nahe.

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